Ein weiteres Häckchen kann auf der "durchgespielt Liste" gesetzt werden: Mass Effect 3. War es ein Gutes Spiel? Ja, verdammt! Ist das Ende so schlecht, wie häufig in den Weiten des Internetz kritisiert? Nein!
Aber...
Das Ende hinterlässt bei mir ein sehr merkwürdiges Gefühl, welches ich schon das erste mal hatte, als ich die Design Entscheidung der "Rannoch" Mission hinterfragen musste.
Alle Spielstunden davor, hatte ich nicht das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich war noch immer Commander Shepard, der Retter der Galaxis, Supersoldat, etc. und ein jeder hörte auf mich. Aber in der letzten Mission auf Rannoch musste ich mich nun entscheiden ob ein ganzes Volk leben oder sterben soll. Es gab keine Intervention Option, keine glückliche Wendung... Und ich musste die gesammte ****** Mission nochmal spielen, nur um mein Gewissen zu beruhigen. Aber auch dieses Ende führte meinerseits zu keiner Befriedigung. Seis drum, ist dann halt so, dachte ich mir. Weiter im Text!
Aber warum wartet Mass Effect denn bitteschön erst über die Hälfte der Spielzeit ab, bis ich das Gefühl bekomme, dass der ganze Mist auch schiefgehen kann? Davor, mal abgesehen von einigen kleinen Episoden (z.B. Kelly Chambers), läuft alles glatt, ich hatte mich schon daran gewöhnt, dass ich der Superheld bin. Klar ist das ein alter dramaturgischer Trick, man muss schliesslich die Fallhöhe erhöhen, nur so wird einem die Hoffnungslosigkeit vor Augen geführt. Das bringt aber alles nichts, wenn man dieselbe Episode zu einem guten Ende bringen kann! In meiner Instanz bedeutet das, ich habe irgendwo in den letzten, gefühlt hunderten, Spielstunden der Vorgängertitel einen Fehler gemacht, ein Gespräch nicht geführt oder eine Frau nicht angemacht (so ist er einfach, der Shepard).
Meiner Meinung nach ist das auch einer der Hauptgründe, weshalb das Ende so zerissen wird. Plötzlich kann man wirklich schwerwiegende Entscheidungen treffen. Nur das diese schliesslich in dem fulminanten Finale (denken wir uns einfach das dumme Kind weg) absolut kein Gewicht haben. "Boom" macht es auf alle Fälle. Schlimmer noch ist die Textbox nach dem Abspann. Danach kehrt man kommentarlos ins CIC der Normandy zurück und kann die letzte Mission nochmal spielen. Es gibt kein Feedback, ich weiss nicht ob mein Shepard überlebt hat oder nicht. Ich kann DLCs runterladen oder ein zweites Mal durchspielen (was ich jetzt auch tue).
Na gut, ich verstehe auch nicht wieso alle im Team zum Abspann plötzlich wieder auf der Normandy sind, warum die Normandy das einzige Schiff ist, dass vor der Druckwelle flieht. Ich sehe das Ende als eine Art Erhöhung. Die Freunde sind im Paradies angekommen, sehr Religiös, tja, das macht fast soviel Sinn wie das Ende von Matrix!
Hier und da hätte man ein paar Dinge einfacher machen können. Das Upgrade Terminal in Liaras Raum ist sehr unübersichtlich. Dass man immer zwei Upgrades zur Wahl hat, ist mir erst sehr spät aufgefallen, die Vendoren im Spiel hätten alle etwas mehr Benutzerfreundlichkeit gebrauchen können und die Multiplayermissionen hätte man im Einzelspieler einbinden können, wenn Hacket sagt, dass Truppen zum gegebenen Ort abkommandiert werden. Alles nur Details... Das Spiel ist ein Meilenstein. Und auch wenn es heisst, dass man die ersten beiden Spiele nicht gespielt haben muss, dann ist das gelogen!
Fazit: Eine Spieletrilogie von tolkiensischem Ausmaße.
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